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Lesung aus dem Buch "Fusion des Bösen" von REMUR

 

Im Pilotbuch „Fusion des Bösen“ der Trilogie arbeitet der griechische Unternehmer Professor Georgios Aretemis in einem Geheimprojekt an der „Kalten Fusion“, einem neuartigen Verfahren, um durch die Verschmelzung von Wasserstoff unbegrenzt Energie erzeugen zu können. Dimitrios Zafratis, ein geklonter Killer und Anführer des internationalen Terrorismus, versucht im Auftrag des „Großen Führers“ in den Besitz der Reaktoren zu kommen, um sie als Wasserstoffbomben zu missbrauchen. Dr. Martin Steiner vom BND, ehemaliger Studienkollege und Freund von Aretemis, ist Zafratis dicht auf den Fersen. Zwischen beiden beginnt ein Wettlauf auf Leben und Tod, bis am 17. Oktober 2015 die Katastrophe eintritt.


 
Prolog

Pjöngjang, Demokratische Volksrepublik Korea, 13. November 1984
Die Hauptstadt von Nordkorea, Pjöngjang, bietet einen trostlosen und verlassenen Eindruck, an diesem grauen Novembertag des Jahres 1984. Auf höchsten Befehl des „Großen Führers“, Staatschef Kim Il-sung, sind das Universitätsgelände und die gesamte Innenstadt für die Öffentlichkeit gesperrt. Als Grund für diese Maßnahme wird der Bevölkerung mitgeteilt, dass imperialistische Kräfte und Feinde der Demokratischen Volksrepublik Korea, unter der Führung der Vereinigten Staaten von Amerika, gedroht hätten, die Universität durch einen Angriff mit Marschflugkörper zu zerstören. In den Labors der medizinischen Fakultät der Kim Il-sung Universität herrscht jedoch Hochbetrieb. Ein Expertenteam von Genforschern und Humangenetikern aus Nordkorea, Russland und China, arbeitet mit Hochdruck am Abschluss eines Experiments, das als Pharmaprojekt getarnt, Bestandteil eines geheimen Regierungsprogramms mit dem Namen „Klonbrüder“ ist.

Der Erfolg des Experiments wird nach der Sitte des Landes bis tief in die Nacht mit Unmengen russischen Wodkas gefeiert, wobei das Glas, nachdem man ausgetrunken hat, an der Wand zerschmettert und ein Wunsch oder Fluch ausgesprochen wird:
„ Hoch lebe der Große Führer Kim Il-sung“, „Nieder mit den amerikanischen Imperialisten“, „Sieg für die kommunistische Weltrevolution“ und „Es lebe die Internationale“, lauten die häufigsten Parolen der Politiker, Militärs und Wissenschaftler. Die Anwesenden beschwören die Freundschaft zwischen ihren Staaten und lassen das erfolgreiche Projekt hochleben. Sie setzen höchste Erwartungen in die erzeugten Klone, in Hinblick auf die Zukunft ihrer Länder und die grundlegende Veränderung der ganzen Welt.

Am nächsten Tag werden die Wissenschaftler aus Moskau und Peking zum Flughafen gebracht, um sie in einem Privatflugzeug in ihre Länder zu fliegen. Noch vor Verlassen des nordkoreanischen Luftraumes erschüttert eine heftige Explosion das Flugzeug, das daraufhin abstürzt und in den Bergen zerschellt. Die nordkoreanische Regierung spricht von einem bedauernswerten Unfall infolge eines technischen Versagens. Den Regierungen und Angehörigen der Opfer in Russland und China wird die Anteilnahme der ganzen Bevölkerung von Nordkorea ausgesprochen. Zum Gedenken an den tragischen Tod der Wissenschaftler aus den befreundeten Staaten werden drei Tage Staatstrauer angeordnet.

Kurzes Cello-Zwischenspiel

Pjöngjang, 13. Juli 1985
Unter den Vertretern der nordkoreanischen Politik und den hochrangigen Militärs herrscht ausgelassene Freude, als neun Monate später das Medizinerteam aus den Klinikräumen der Kim Il-sung Universität kommt und die Geburt von zwölf gesunden, männlichen Klonbabys verkündet. Die zwölf Leihmütter überleben die Geburten ihrer Kinder nicht, sondern sterben auf unerklärliche Weise, ohne dass Sterbeurkunden ausgestellt werden oder Grabsteine an sie erinnern.

Kurzes Cello-Zwischenspiel

Erstes Kapitel 
Die Explosion

Kassandra, 17. Oktober 2015
Helena Christosos ist gerade vierzehn Jahre alt geworden. Sie lebt mit ihrem Bruder Markos und drei Schwestern in Palirion, einem kleinen Dorf auf der Südspitze der Halbinsel Kassandra in der Provinz Chalkidiki in Griechenland. Fünf Gehöfte und eine kleine Taverne machen den ganzen Ort Palirion aus. Der Ort scheint vom Tourismus vergessen worden zu sein. Kaum ein Fremder kommt in diese abgelegene Gegend. Die Familie Christosos besitzt eine kleine Schaf- und Ziegenherde, eine nicht mehr ganz junge, braune Stute, einige Olivenbäume und zwanzig Bienenkästen, die in einem Wäldchen aus Aleppokiefern hinter dem physikalisch-technischen Labor des bekannten Unternehmers und Wissenschaftlers Professor Georgios Aretemis aufgestellt sind. Niemand im Dorf weiß genau, was in dem riesigen Gebäudekomplex des Labors eigentlich erforscht wird. Aber das war in den Augen der Menschen auch nicht wichtig. Den Professor Aretemis kennen sie alle. Er ist ein berühmter Mann in Griechenland und trotz seines Ruhmes und Reichtums, einer der ihren geblieben. Deshalb mögen sie ihn.

Vor sechs Monaten, im April, hatte sich Yannis Christosos mit seiner Stute auf den Weg in das Wäldchen gemacht, um nach seinen Bienenkästen und dem Harz zu sehen. Er hatte das Harz der Aleppokiefern hinter dem Labor angezapft, das er in weißen Schläuchen aus Kunststoff auffing. Den Honig seiner Bienen und das gewonnene Harz verkaufte er in der Markthalle von Thessaloniki an die Händler. Der Honig brachte nicht viel ein, aber das Harz ist wichtige Zugabe zum bekannten Retsina-Wein und ließ sich gut und teuer verkaufen. Am Abend kam das Pferd allein auf den Hof zurück getrabt. Yannis jedoch blieb spurlos verschwunden. Seit dieser Zeit kümmert sich Markos um die Ölbäume, die Ziegen, die Schafe, die Bienen, das Harz und seine vier kleinen Schwestern. Am frühen Morgen fährt er nach Thessaloniki, um in der Markthalle seinen Honig und das Harz so teuer wie möglich zu verkaufen. Seine Schwester Helena macht sich am späten Nachmittag auf den Weg in das Kiefernwäldchen, um neues Harz von den Bäumen zu ernten. Wie der Vater, hat sie die Stute als Packpferd dabei, um den Behälter mit dem eingesammelten Harz besser transportieren zu können.

Die ungeheure Explosion, die in den frühen Abendstunden die Halbinsel erschüttert und ein großes Gebiet in eine rauchende Mondlandschaft verwandelt, pulverisiert das Mädchen Helena und ihr Pferd. Wo einst das Labor des Professors Aretemis stand, zeugt ein gewaltiger Krater vom Ursprung der Explosion. Weithin sichtbar steigt ein mächtiger Rauchpilz in den Himmel und verkündet vom Ausmaß der Katastrophe. Aus dem Dorf Parilion überlebt allein Markos Christosos, der zur selben Zeit in der Markthalle von Thessaloniki mit einem Händler aus Athen hartnäckig über den Preis seines Harzes für den Retsina feilscht.

Kurzes Cello-Zwischenspiel

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