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Lesung aus dem Technologie-Thriller "Der Unsichtbare Tod"

 

Unter dem „Großen Führer“ hat sich eine terroristische Allianz aus Altkommunisten der ehemaligen Sowjetunion und islamistischen Gotteskriegern gebildet, die ein gemeinsames Ziel verfolgt: Die Vernichtung des kapitalistischen Westens. Dafür hat man eine Massenvernichtungswaffe aus den geheimen Waffenarsenalen des Kalten Krieges in Besitz genommen, die Materie durchdringt und unsichtbar tötet. Dr. Martin Steiner vom BND hat die Pläne der Terroristen durchschaut und steht an erster Stelle auf ihrer Todesliste. Es beginnt ein mörderischer Wettlauf gegen die Zeit und einen Gegner, der keine Skrupel kennt und den eigenen Tod nicht fürchtet.

Prolog

Tschin Homchon, 22. Januar 2016
Tschin Homchon ist ein kleines, unbedeutendes Dorf in der Demokratischen Volksrepublik Korea, besser als Nordkorea bekannt, etwa 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Pjöngjang gelegen. Zu den landwirtschaftlichen Anwesen hatte sich vor zehn Jahren eine staatliche Produktionsfabrik für Landmaschinen angesiedelt. Die Arbeitskräfte in der Fabrik rekrutieren sich aus den Häftlingen des nahegelegenen Arbeitslagers „Kaechon Prison Nr. 14“, das zur gleichen Zeit errichtet wurde. Es ist bekannt, dass sich in Nordkorea noch zahlreiche Arbeitslager befinden, in denen politische Gefangene zur „Umerziehung“ untergebracht sind. Die versteckten und getarnten Lager sind nach ihren Standorten in den verschiedenen Provinzen benannt und durchnummeriert. Sie sind den berüchtigten Gefangenenlager des Diktators Josef Stalin in der ehemaligen Sowjetunion nachgebaut und werden deshalb auch als „Hidden Gulags“ bezeichnet.

Jeden Morgen werden die Häftlinge von „Kaechon Prison Nr. 14“ mit Lastkraftwagen in die Fabrik gebracht und am späten Abend wieder abgeholt. Das Lager ist durch einen hohen Stacheldrahtzaun mit Wachtürmen hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen. Um das Lager patrollieren mit Kalaschnikows bewaffnete Soldaten der nordkoreanischen Volksarmee mit Wachhunden.

Seit einigen Monaten geschieht in der Landmaschinenfabrik von Tschin Homchon Ungewöhnliches. Auch den Dorfbewohnern ist dies aufgefallen und sie rätseln über die plötzliche Präsenz von hochrangigem Militärpersonal und Staatsbeamten. Doch keiner fragt danach, was im Innern der Maschinenfabrik wirklich vorgeht. Sie alle wissen, dass auf neugierige Fragen in ihrem Land, die Antwort Verfolgung, Inhaftierung, Folter und Tod sein konnte. In der riesigen Fabrikhalle wurden Hunderte von Arbeitsplätzen eingerichtet, an denen Männer, Frauen und Kinder, Montagearbeiten durchführen, die mit der Produktion von Landmaschinen nichts gemein haben. Die Fenster der Halle sind, zum Schutz vor neugierigen Blicken von außen, mit schwarzen Tüchern verhängt und die Arbeitsplätze mit künstlichem Neonlicht erhellt. Die Arbeiter tragen einheitliche, grauweiß-gestreifte Sträflingskleidung und montieren ungeschützt mit bloßen Händen, während die Besucher und Aufseher mit Schutzanzügen gegen radioaktive Strahlung bekleidet sind. Die Häftlinge in der Fabrik wissen nicht um die tödliche Bedrohung, die von der Waffe ausgeht, die sie im Auftrag der militärischen Führung ihres Landes auf den Werkbänken montieren: tödlich für Millionen von Menschen auf der Welt und tödlich auch für sie selbst.

Kurzes Cello-Zwischenspiel

Erstes Kapitel 
Die Maksim Gorkij

Die Maksim Gorkij war ein alter, verrosteter Frachter, der seine besten Tage lange hinter sich hatte. Der Schiffseigner war ein neureicher Reeder aus Petersburg, der durch zweifelhafte Exportgeschäfte mit Rohstoffen und Schrott in kurzer Zeit zum Millionär geworden war.

Normalerweise bestand die Fracht der Maksim Gorkij aus Eisenerz, Schrott und Alteisen für die Hütten- und Stahlwerke in Wladiwostok, die das Schiff von Tschöndschin in Nordkorea nach Sibirien transportierte. Auf der Rückfahrt hatte es russische Maschinenteile für die nordkoreanische Industrie geladen, die im Hafen von Tschöndschin gelöscht wurden. Der russische Kapitän des Frachters, Oleg Kaspatow, stand missmutig an der Reling seines Schiffes im Hafen von Tschöndschin und beobachtete die Löschung der Fracht. Missmut und Ärger erregte bei ihm die Tatsache, dass er auf seinem Schiff nicht mehr der alleinige Herr war. Er hatte für seine Fahrten einen „Lotsen“ beigestellt bekommen und „Gäste“ an Bord, die er unschwer als Nicht-Seeleute erkennen konnte. Tatsächlich gehörten der Lotse und seine Gäste einer Speznat-Sondereinheit an, wie die Elitesoldaten des russischen Militärs für besondere Aufgaben bezeichnet werden. Aber das wusste der Kapitän nicht. Egal, um wen es sich hier handelte, sie hatten eine schriftliche Erlaubnis seines Reeders vorgelegt, nach der er alles zu tun hatte, was sie von ihm verlangten. Ihm war natürlich auch aufgefallen, dass die Fracht anders beschaffen war, als auf seinen Fahrten vorher. Zwar waren es die gleichen Holzkisten, aber der Inhalt musste etwas Besonderes sein, denn das Ein- und Ausladen wurde mit größter Vorsicht durchgeführt. Er hatte keine Ahnung, was in den Kisten sein könnte, machte sich aber seine Gedanken. Beim Löschen der letzten Fracht war eine Kiste aus der Verankerung des Ladekrans gerissen und zu Boden gestürzt. Dabei war eine Seite aufgeplatzt und ein kugelförmiger Gegenstand über den Boden gerollt. So ein merkwürdiges Maschinenteil hatte er noch nie zuvor gesehen. Er hatte nichts gesagt, aber sein Misstrauen gegen seine Gäste und die Fracht war noch gewachsen. Aufgefallen war ihm damals auch ein Mann am Kai des Hafens, der das Löschen der Fracht genau beobachtete und sich offensichtlich für den Inhalt der Kisten interessierte. Auch er hatte gesehen, was aus der beschädigten Holzkiste heraus rollte. Vielleicht war er ein verdeckter Ermittler der russischen Regierung und die Fracht Schmuggelware. Seine ungeliebten Gäste waren möglicherweise Mitglieder der russischen Mafia und sein Reeder steckte mit drin. Aber er musste vorsichtig sein, denn häufig arbeiteten die Behörden mit der Mafia zusammen. Besser man hält sich raus.

Kurzes Cello-Zwischenspiel

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